Kinderwunschzentrum Bodensee AG
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Wissenschaft

Nachdem die Eizellen aus dem Eierstock entnommen worden sind, müssen sie im Labor unter dem Mikroskop angeschaut und dann in ein Medium (Nährlösung) gebracht werden. Für die ICSI-Behandlung müssen sie zudem von den sie umgebenden Zellen befreit werden. Zudem muss jeden Tag ihre Entwicklung überprüft werden.

Eizellen sind auf Veränderungen in der Umgebung extrem empfindlich. So können kleinste Temperaturschwankungen Schäden im Erbmaterial der Eizelle verursachen, so dass keine Befruchtung möglich ist oder die befruchtete Eizelle sich nicht einpflanzen kann.

Die Eizellen benötigen auch eine genau definierte Konzentration an Sauerstoff, Stickstoff und Kohlensäure in ihrer Umgebung, welche zudem von der Meereshöhe des Labors abhängig ist. Kleinste Schwankungen dieser Bedingungen können die Eizelle ebenfalls negativ beeinflussen.

Auch in sehr sauberen, so genannt „sterilen“ Räumen finden sich immer kleinste mikroskopische oder submikroskopische Partikel, vor allem die so genannten „VOCs“ (Volatile Organic Compunds). Sie stammen vom Verkehr, industriellen Immissionen, Farben, ja sogar von Kosmetika und Pflegeprodukten der Patientinnen.

Traditionellerweise versucht man in den  Labors diese Probleme mit Luft-Reinigern und speziellen Luftfiltern, sowie belüfteten Abzugshauben, in welche das Mikroskop mit den Eizellen gestellt wird,  anzugehen, so dass die Eizellen möglichst wenig den erwähnten Schwankungen und Emissionen ausgesetzt sind. Völlig kann man die äusseren Einflüsse so aber nicht verhindern.

Wissenschaftler in Australien suchten nach einer Möglichkeit die Situation noch zu verbessern. Sie konstruierten eine Kammer, EmCell genannt, in welche das Mikroskop mit den Eizellen gestellt wird. Durch Regler und Sensoren werden in der Kammer die Bedingungen für die Eizelle auf idealsten Werten konstant gehalten. Zudem ist die Eizelle von der Umgebung mit möglichen Immissionen völlig abgeschirmt. Die Kammer erinnert an die Isoletten, die so genannten „Brutkästen, in welchen die Frühgeborenen Kinder gelegt werden. Zur Arbeit mit dem Mikroskop muss der Biologe seine Hände durch abgeschirmte Öffnungen in die Kammer stecken.

In Studien wurden nun von einigen hundert Eizellen die eine Hälfte auf konventionelle Weise im Labor behandelt und die andere mit der Kammer. Die Auswertung ergab signifikant höhere Schwangerschaftsraten bei Anwendung der Kammer. Diese Ergebnisse bewog uns unser Labor mit dieser zukunftsträchtigen Technologie auszurüsten.

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