Kinderwunschzentrum Bodensee AG
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Wir gehen den Ursachen
auf den Grund

Am Anfang steht immer das Gespräch

Bevor eine Behandlung wegen Kinderlosigkeit durchgeführt werden kann, müssen zunächst deren Ursachen herausgefunden werden. Der erste Schritt in der Abklärung besteht in einem Gespräch mit dem Ehepaar. Gelegentlich kann bereits bei diesem Gespräch die Ursache gefunden oder zumindest vermutet werden. Dabei interessieren unter anderem folgende Gesichtspunkte:

  • Informationen über den Lebensstil: Ernährung, Rauchen, körperliche Aktivitäten, Kontakt mit toxischen Substanzen, chronischer Stress.
  • Durchgemachte Operationen, insbesondere im Bauchraum, welche zu Verwachsungen und damit zu verschlossenen Eileitern führen könnten oder Leistenbruchoperationen, welche beim Mann gelegentlich Durchblutungsstörungen der Hoden verursachen.
  • Durchgemachte oder bestehende Krankheiten wie Zuckerkrankheit, Wachstumsstörungen, Eileiterentzündungen, Tuberkulose, Geschlechtskrankheiten.
  • Angaben über den Zyklus: Sind die Zyklen stark verkürzt oder verlängert, spürt die Frau den Eisprung, sind die Periodenblutungen auffallend stark oder schwach, bleibt die Periode manchmal für einige Wochen ganz aus?
  • Angaben über bisherige Behandlungsversuche.

Oft reichen bereits Änderungen im Lebensstil wie etwa eine Ernährungsumstellung oder nützliche Tipps zu den fruchtbaren Tagen im Zyklus, damit sich die ersehnte Schwangerschaft ohne weitere Massnahmen einstellt. Ist dies nicht der Fall, können weitere Untersuchungen helfen.

Abklärungen bei der Frau

Gynäkologische Untersuchung

Dabei wird auf Veränderungen oder Erkrankungen der äusseren und inneren Geschlechtsorgane geachtet, welche eine Schwangerschaft verhindern können. Beispiele sind Entzündungen der Scheide oder des Gebärmutterhalses, wodurch die Samenzellen unbeweglich werden können, starke Abweichungen der Form oder der Lage der Gebärmutter, Zysten der Eierstöcke, Myome in der Gebärmutter.

Ultraschall

Der Ultraschall ist eine der wichtigsten Untersuchungen. Damit können die inneren Organe des Unterleibs wie Gebärmutter oder Eierstöcke direkt sichtbar gemacht werden. An den Eierstöcken lässt sich beobachten, ob bis zur Zeit des Eisprungs ein normales Eibläschen heranwächst. In der Gebärmutter kann festgestellt werden, ob sich die Schleimhaut zyklusgerecht entwickelt und so das befruchtete Ei eine Chance hat, um sich einzunisten und zu entwickeln. Der Ultraschall ermöglicht die Diagnose oder den Ausschluss von Myomen. Myome sind gutartige Geschwülste der Wand der Gebärmutter. Sind sie nicht zu gross und befinden sie sich im äusseren Drittel der Gebärmutterwand, haben sie keine Bedeutung und müssen nicht behandelt werden. Haben sie hingegen einen Durchmesser von über vier Zentimetern oder befinden sie sich direkt über der Schleimhaut, können sie eine Schwangerschaft verhindern. In diesem Fall müssen sie entfernt werden. Dies kann heute meist minimal-invasiv erfolgen, über eine in die Gebärmutter oder den Bauchraum eingeführte Optik mit Videokamera.

Hysterosonographie

Mit Hilfe eines feinen Katheters werden durch den Muttermund wenige Mililiter Kochsalz in die Gebärmutter eingeführt. Sind die Eileiter offen, fliesst die Flüssigkeit in den Bauchraum, wo sie mittels des Ultraschalls gesehen werden kann. Dies ist ein einfacher Test zur Prüfung der Eileiterdurchgängigkeit.

Hysteroskopie (Gebärmutterspiegelung)

Bei dieser Untersuchung wird eine Optik mit einer Videokamera durch den Muttermund in die Gebärmutter eingeführt. Dabei kann das gesamte Innere der Gebärmutter angeschaut werden. So können zum Beispiel Polypen der Gebärmutterschleimhaut diagnostiziert und direkt entfernt werden.

Laparoskopie (Bauchspiegelung)

Hier wird eine Optik mit einer Videokamera durch den Bauchnabel direkt in den Bauchraum eingeführt. Somit ist es möglich, sämtliche Organe im Bauch direkt anzuschauen. Die Laparoskopie ist unverzichtbar zur exakten Diagnose von Erkrankungen und Verschlüssen der Eileiter und zum Nachweis von Verwachsungen oder Endometriose. Mit der Laparoskopie kann nicht nur die Diagnose gestellt, sondern oft gleichzeitig auch die Behandlung durchgeführt werden. So können zum Beispiel Verwachsungen um die Eileiter gelöst werden, damit die Eileiter wieder durchgängig sind. Weitere Behandlungen sind in solchen Fällen gar nicht mehr notwendig. Die Laparoskopie erfolgt in Allgemeinnarkose und kann teil- oder kurzstationär in der Klinik Seeschau in Kreuzlingen durchgeführt werden. Mit 25 Jahren Erfahrung auf dem Gebiet der Laparoskopie bei Kinderwunsch ist Dr. med. Andrea Mohr einer der erfahrensten Operateure auf diesem Gebiet.

Hormonuntersuchungen

Hormonbestimmungen messen den Blutspiegel von gewissen Hormonen, welche der Körper während jedes Menstruations-Zyklus bildet. Hormone beeinflussen jeden Schritt, welcher zur Erzielung einer Schwangerschaft notwendig ist, von der Entwicklung der Eizelle bis zum Eisprung und zur Einnistung der befruchteten Eizelle in die Gebärmutterschleimhaut. Wenn die Hormone, welche für die Fortpflanzung wichtig sind, nicht in der richtigen Menge und zur richtigen Zeit während des Zyklus produziert werden, ist eine normale Schwangerschaft nicht möglich.

Abklärungen beim Mann

Spermiogramm (Samenuntersuchung)

Das Spermiogramm ist die wichtigste Untersuchung der männlichen Fruchtbarkeit. Vor der Untersuchung des Samens sollte während drei bis sieben Tagen kein Samenerguss stattgefunden haben.
Unter dem Mikroskop werden die Samenzellen nach folgenden Kriterien untersucht:

  • Anzahl der Samenzellen. Im Idealfall sollten 20 Millionen oder mehr Samenzellen pro Milliliter Samenflüssigkeit vorhanden sein.
  • Die Beweglichkeit der Samenzellen. Eine befruchtungsfähige Samenzelle muss sich aus eigener Kraft vorwärts bewegen können. In einer normalen Samenprobe sollte sich mindestens die Hälfte aller Samenzellen vorwärts bewegen.
  • Das Aussehen der Samenzellen. Die Erfahrung hat gezeigt, dass nur Samenzellen mit genau definierten „äusserlichen“ Merkmalen befruchtungsfähig sind. Dies betrifft vor allem die Form des Kopfes. Erstaunlicherweise ist es eine Eigenschaft des Menschen, dass sich bei jedem Mann immer ein recht grosser Prozentsatz an abnorm geformten Samenzellen findet, in der Grössenordnung von 70 Prozent. Bei weniger als 15 Prozent normalen Formen ist die Fruchtbarkeit eingeschränkt.

Neben der Beurteilung der Samenzellen wird beim Spermiogramm die Samenflüssigkeit auf ihre Zusammensetzung und auf eine Infektion mit Bakterien hin untersucht.

Chromosomenanalyse

Gelegentlich ist ein sehr schlechtes Spermiogramm der Ausdruck einer genetischen Veränderung, welche auf das Kind vererbt wird und bei ihm eine angeborene Erkrankung hervorrufen kann. Um dies zu verhindern ist in diesem Falle eine genetische Untersuchung angezeigt. Dies bedeutet, dass im Blut des Mannes eine Chromosomenanalyse durchgeführt werden sollte. Die Chromosomen sind die Träger des Erbmaterials und enthalten die Gesamtheit aller Gene.

Ultraschalluntersuchung

Ein sehr schlechtes Spermiogramm kann auch ein Symptom einer Geschwulstbildung im Hoden sein. Deshalb gehört zu einer verantwortungsvollen Abklärung auch eine Ultraschalluntersuchung durch den Urologen.

Hormonuntersuchungen

Damit die Hoden ihre Aufgabe, die Produktion von Samenzellen und von männlichen Hormonen, erfüllen können, müssen sie von übergeordneten Hormonen angeregt werden. Diese Hormone werden in der Hirnanhangdrüse oder Hypophyse produziert. Diese Drüse befindet sich im Innern des Schädels an der Hirn-Basis. Zum Ausschluss einer Fehlfunktion dieser Hormone können diese im Blut gemessen werden. Es handelt sich um das „Luteinisierende Hormon“, das „Follikelstimulierende Hormon“ und das „Prolaktin“. Dies sind übrigens die genau gleichen Hormone, welche bei der Frau die Eierstöcke anregen.

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